Welche Art der Meditation ist die beste?

von Miriam Fischer Februar 23, 2019 4 Minuten Lesezeit 1 Kommentar

Welche Art der Meditation ist die beste?

Welche Art der Meditation ist die beste?

Meditation dient nicht nur dem Stressabbau sowie der körperlichen, mentalen und seelischen Entspannung, sie ist auch eine effektive Methode, um das Bewusstsein zu erweitern. Doch welche Art der Meditation ist am besten? Werfen wir einen Blick auf einige verschiedene Meditationspraktiken.

1. Körperscan oder progressive Entspannung

Progressive Entspannung, manchmal auch Körperscan- oder Bodyscan-Meditation genannt, ist eine Meditation, bei der die Aufmerksamkeit auf Körperempfindungen gerichtet wird und der Körper nach Verspannungen abgesucht wird. Das Ziel ist es, körperliche Spannungen wahrzunehmen und sie zu lösen. Außerdem bewirkt die Konzentration auf den Körper, dass der Praktizierende Abstand zu seiner Gedankenwelt einnimmt und in das Hier und Jetzt gelangt.

Während einer progressiven Entspannungssitzung beginnen die Meditierenden an einem Ende ihres Körpers, meistens an den Füßen, und wandern von dort mit ihrer Aufmerksamkeit durch alle Körperteile hoch bis zum Kopf. Bei einigen Formen der progressiven Entspannung müssen sämtliche Muskeln des Körpers angespannt und anschließend entspannt werden.

Progressive Entspannung kann allgemeine Gefühle der Ruhe und Entspannung bewirken sowie bei chronischen Schmerzen helfen. Da sich der Körper bei dieser Art der Meditation langsam und stetig entspannt, wird sie gerne vor dem Einschlafen angewendet, um die Anspannungen des Tages abzulegen und in einen ruhigen Schlaf überzugehen.

2. Liebende-Güte-Meditation

Die Liebende-Güte-Meditation ist auch als Metta-Meditation bekannt. Ihr Ziel ist es, eine Haltung der Liebe und Freundlichkeit gegenüber allem, auch den Gegnern, Sorgen und Stressquellen einer Person, zu entwickeln.

Während sie tief atmen, öffnen die Meditierenden ihren Geist und ihr Herz für die liebende Güte. Sie senden dann Botschaften der Liebe an die Welt, an bestimmte Menschen oder an ihre Angehörigen. Der Schlüssel besteht darin, die Botschaft viele Male zu wiederholen, bis der Praktizierende eine liebevolle Haltung einnimmt und aus ganzem Herzen empfindet.

Die Liebende-Güte-Meditation stärkt das Mitgefühl und die Liebe sowohl für andere als auch für sich selbst.

Diese Art der Meditation kann unter anderem förderlich sein bei:

  • Ärger und Wut
  • Frustration
  • Mangelndem Selbstbewusstsein
  • Zwischenmenschlichen Konflikten

Die Liebende-Güte-Meditation kann bei Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischem Stress helfen, da sie positive Gefühle und Akzeptanz stärkt.

3. Achtsamkeitsmeditation

Achtsamkeit ist eine Form der Meditation, die die Praktizierenden dazu anleitet, bewusst und präsent im Hier und Jetzt zu sein.

Anstatt über die Vergangenheit nachzudenken oder die Zukunft zu fürchten, soll das Bewusstsein auf die bestehende Umgebung und den gegenwärtigen Zeitpunkt fokussiert werden. Achtsamkeit dient dazu, die gegenwärtige Situation so zu akzeptieren, wie sie ist, ohne sie zu verurteilen oder als Anlass zu nehmen, um negative Gefühle zu entwickeln.

Achtsamkeitsmeditation ist etwas, was du fast überall tun kannst. Beispielsweise kannst du während des Wartens in der Schlange in einem Lebensmittelgeschäft ruhig deine Umgebung wahrnehmen, einschließlich der visuellen Eindrücke, Geräusche und Gerüche.

Bei den meisten Arten der Meditation ist eine Form von Achtsamkeit involviert. Sowohl die Konzentration auf den Atem oder die Aufmerksamkeit auf den Körper als auch die progressive Entspannung der Muskeln sind Techniken der Achtsamkeit.

Da Achtsamkeit ein Thema ist, das in vielen Formen der Meditation vorkommt, wurde es ausführlich untersucht.

Die Forschung hat herausgefunden, dass Achtsamkeit:

  • Negative Gefühle mindert
  • Das Konzentrationsvermögen fördert
  • Das Gedächtnis verbessert
  • Impulsive, emotionale Reaktionen reduziert

Da Achtsamkeit den Menschen aufmerksamer und geduldiger macht, wirkt sie sich auch positiv auf zwischenmenschliche Beziehungen aus. Nicht nur Konflikte, sondern auch Unfälle jeglicher Art können durch verstärkte Achtsamkeit unter Umständen vermieden werden.

4. Meditation des Atembewusstseins

Atembewusstsein ist eine Art Achtsamkeitsmeditation, bei der die Aufmerksamkeit auf den Atem gelenkt wird. Die Praktizierenden atmen langsam und tief, zählen ihre Atemzüge oder spüren, wie ihr Atem automatisch vonstattengeht und den Körper belebt. Das Ziel ist es, sich ausschließlich auf das Atmen zu konzentrieren und Gedanken, die nebenbei aufkommen zwar wahrzunehmen, ihnen jedoch keine Beachtung zu schenken.

Als Form der Achtsamkeitsmeditation bietet das Atembewusstsein viele der gleichen Vorteile wie andere Arten der Achtsamkeitspraxis. Dazu gehört die Verminderung von negativen Gedankenkreisläufen und Angstzuständen, eine verbesserte Konzentration und größere emotionale Flexibilität.

5. Transzendentale Meditation

Die Transzendentale Meditation ist eine spirituelle Form der Meditation, bei der die Praktizierenden im Sitzen langsam atmen. Das Ziel ist es, den aktuellen Seinszustand zu transzendieren, also das Bewusstsein zu steigern und sich selbst fernab des Körper-Geist-Daseins wahrzunehmen.

Während einer Meditationssitzung konzentrieren sich die Praktizierenden auf ein Mantra, ein Wort oder eine Reihe von Wörtern, die entweder laut oder im Geiste rhythmisch wiederholt werden. Ein Lehrer bestimmt das Mantra auf der Grundlage einer komplexen Reihe von Faktoren, manchmal einschließlich des Geburtsjahres des Praktizierenden und des Jahres, in dem der Lehrer ausgebildet wurde.

Eine Alternative ist es, das eigene Mantra selbst auszuwählen. Diese moderne Version ist genaugenommen keine Transzendentale Meditation, obwohl sie im Wesentlichen ähnlich aussehen kann. Der Praktizierende kann während der Meditation zum Beispiel wiederholen, „Ich akzeptiere mich wie ich bin" oder auch nur ein Wort, beispielsweise „Liebe“ – mit dem Einatmen „Lie-“ und mit dem Ausatmen „be“. Praktizierende der Transzendentalen Meditation berichten sowohl über spirituelle Erfahrungen als auch über erhöhte Achtsamkeit.

6. Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist eine körperlich aktive Form der Meditation, bei der Körperbewegungen mit tiefem Atmen und Mantras verbunden werden. Um Kundalini Yoga zu lernen, besuchen die Praktizierenden in der Regel einen Kurs. Doch du kannst die Bewegungen und Mantras auch zuhause lernen. Im Internet findest du zahlreiche Videos und Anleitungen zum Üben. Der Vorteil eines Kurses ist jedoch, dass du einen Lehrer hast, der deine Bewegungen korrigieren und Fehlhaltungen berichtigen kann.

Ähnlich wie bei anderen Yoga-Formen kann Kundalini Yoga das körperliche Wohlbefinden verbessern und Schmerzen lindern. Auch die psychische Gesundheit wird verbessert, da Yoga Angst und Depression reduziert.

7. Zen-Meditation

Die Zen-Meditation ist eine Form der Meditation, die zur buddhistischen spirituellen Praxis gehört. Viele Zen-Praktizierende lernen unter einem Lehrer, weil diese Art der Meditation bestimmte Schritte und Haltungen erfordert. Das Ziel ist es, eine bequeme Position zu finden, sich auf das Atmen zu konzentrieren und die Gedanken achtsam ohne Urteil zu betrachten. Diese Form der Meditation ähnelt der Achtsamkeitsmeditation, erfordert jedoch mehr Disziplin und Übung.

Meditation – ganz gleich welche Art – verbessert nachweislich das körperliche Wohlbefinden sowie die psychisch-emotionale Gesundheit. Es gibt jedoch keine richtige oder falsche Art und Weise der Meditation. Vielmehr muss jeder Meditierende ausprobieren, welche Form der Meditation ihm am besten liegt. Das kann natürlich auch je nach Anlass und Gegebenheit variieren. Welche für dich persönlich die am besten geeignete ist, findest du am besten heraus, indem du einfach ein bisschen ausprobierst.

Miriam Fischer
Miriam Fischer


1 Antwort

Peter
Peter

März 03, 2019

Super Konzept! Ich bin begeistert!!

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