Meditation für Anfänger – 3 faszinierende Gründe für die Achtsamkeitspraxis

von Miriam Fischer Januar 07, 2019 3 Minuten Lesezeit

Meditation für Anfänger – 3 faszinierende Gründe für die Achtsamkeitspraxis

Meditation für Anfänger – 3 faszinierende Gründe für die Achtsamkeitspraxis


Die meisten Menschen starten mit Meditation aufgrund des unglaublichen Potentials, das eigene Leben nachhaltig zu verbessern. Nicht umsonst wird Meditation alsTraining vermarktet (Englisch: „Practice“ -> „Training“). Die Werbebotschaften funktionieren – und in ihnen steckt eine Menge Wahrheit!

Doch es verfehlt den tiefen Kern, was Meditation eigentlich ist:

"The practice of meditation is not what is ordinarily meant by practice, in the sense of repetitious preparation for some future performance. It may seem odd and illogical to say that meditation (…) is a practice without purpose (…) because it is the art of being completely centered in the here and now."

- Alan Watts

Dies ist das Paradox der Meditation:

Wir setzen uns hin, um in einen Meditationszustand zu kommen – obwohl der Meditationszustand davon abhängt, dass wir nichts erreichen wollen.

Für den Kick-Off deiner Meditationspraxis… vergiss die Philosophie!

Wenn du die Meditation noch nicht als felsenfeste Routine in deinem Tag verankert hast, ist ein externer Motivationsschub notwendig. Denn gerade als Anfänger ist die Meditation ein unbekanntes Gewässer – es fehlen dieAha-Momente, die Momente tiefster Entspannung und Frieden; die positive Erfahrung von Meditation hat sich noch nicht als Erfahrung im Kopf gezeigt.

Mit folgenden 3 Effekten kannst du rechnen, wenn du mit Meditation anfängst:

1. Scharfer Fokus

Unser Gehirn ist wie ein Eichhörnchen auf der Suche nach der nächsten Nuss. Unaufhaltsam springen wir von einem Gedanken zum nächsten, so unruhig, dass wir dies nicht mal bemerken. Wir sind immer auf der Suche nach etwasNeuem, etwas, was den nächsten Dopamin-Kick in unserem Gehirn auslöst.

Meditation ist das Gegengift. Wenn wir uns nur lange genug auf unseren Atem fokussieren, beruhigt sich das Eichhörnchen in unserem Kopf. Dann lösen wir uns (wahrscheinlich zum ersten Mal in dieser Woche) von unserem Gedankenstrom und können frei entscheiden, worauf und wie lange wir uns worauf konzentrieren.

Meditation reduziert das gedankliche Ping-Pong-Spiel und bringt uns in das Hier und Jetzt: Wir hören den Wind vorbeirauschen, fühlen, wie sich die Sonne auf die Haut brennt und der Fuß langsam taub wird. Wir nehmen wahr, probieren aber nicht, etwas zu verändern. Dann sind wir hellwach und aufmerksam und kein Gedanke taucht auf, der diesen Fokus brechen könnte.

2. Meditation eröffnet eine weitere Perspektive

Perspektivwechsel sind lebensnotwendig:

Jede Kurskorrektur auf deinem Lebensweg benötigt einen Perspektivwechsel. Jeder Fehler kann nur erkannt (und als Lernmöglichkeit genutzt) werden, wenn wir den Aha-Schalter im Kopf umlegen.Jede Veränderung in dir beruht auf einem Wechsel der Perspektive.

Meditation erlaubt dir, eine neue Perspektive einzunehmen. Mit dem Brechen des Gedankenstroms löst du dich von der Perspektive, mit der du deinen Alltag lebst. Letztendlichbist du dein Gedankenstrom – wir erzählen uns (wie der Verrückte auf der Straße, der mit sich selbst spricht) den ganzen Tag, wer wir sind. Nur leise, im Kopf.

Im Meditationszustand stehen wir neben diesem Hamsterrad des Kopfes und können aus einer neuen Perspektive auf uns schauen.


3. Die Kontrolle über deine Emotionen

Die meisten Menschen sind Sklaven ihrer Emotionen – diese tauchen als Reaktionen auf äußere Umstände auf. Emotionen können aber auch Ergebnis einer inneren Steuerung sein!

Du musst die vorstellen, wie kraftvoll Menschen sind, die Ihre Emotionen im Griff haben:

  • Du kannst nervigen Kunden mit einem Lächeln gegenübertreten und den Kunden behalten.
  • Oder du lässt dich nicht von einer Sorgenwelle und Nervosität davon abhalten, die Rede am 50. Geburtstag deiner Mutter zu halten.
  • Mit genug Achtsamkeit kannst du nicht nur deine Emotionen genau beobachten, sondern auch die deines Gegenübers – und wenn du dich auf deinen Lebenspartner emotional einstellen kannst, wird die Ehe vielleicht doch noch was.

Mithilfe von Meditation kannst du die Kontrolle über deine Emotionen zurückgewinnen.

Wenn du mit Achtsamkeit durch die Welt gehst, eröffnest du einen Raum zwischen dem, was um dich herum passiert – und wie du darauf reagierst. Reiz und Reaktion werden getrennt.

Das ist einfacher in sachlichen Diskussionen als in hitzigen Gefechten mit Ehepartnern. Es ist einfacher in Situationen, die uns wenig interessieren als in solchen, die unser Leben prägen. Und es ist einfacher, wenn wir achtsam sind!

Meditation ist eine Superkraft!

Gebannter Fokus, philosophischer Perspektivenwechsel und Kontrolle über die eigenen Emotionen – Meditation klingt wie eine Superkraft!


Die Effekte der Meditation sind fantastisch – aufgrund dieser Effekte starten 95% mit Meditation oder ähnlichen Achtsamkeitspraktiken – damit sie auftauchen, braucht es allerdings Disziplin und langjährige, innere Verpflichtung.


Aber keine Sorge: Wenn du ein paar Mal das Gefühl der absoluten Ruhe in der Meditation gefunden hast, wirst du Meditation nicht als weiteren To-Do wahrnehmen. Sondern als Auszeit vom Alltag, der du mit Freude jeden Tag entgegenblickst.

Miriam Fischer
Miriam Fischer


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