Frisch und gesund in den Tag mit ayurvedischer Morgenroutine

von Miriam Fischer Januar 16, 2019 4 Minuten Lesezeit 1 Kommentar

Frisch und gesund in den Tag mit ayurvedischer Morgenroutine

Frisch und gesund in den Tag mit ayurvedischer Morgenroutne

Wer kennt das nicht? Der Wecker klingelt und vielleicht drücken wir noch ein paar Mal auf "snooze", ein paar Minuten mehr dösen wir vor uns hin... bis uns der Zeitdruck aus dem Bett treibt. Dann schnell ins Bad, einen Kaffee und etwas in den Magen und raus aus dem Haus. Schnell muss es gehen am Morgen, Effizienz ist wichtg, die Pünktlichkeit drängt.

Häufig ist dann unsere Morgenroutine etwas gehetzt und Effizienz geht vor Gesundheit und ganzheitliche Stärkung für den Tag. Was wäre jedoch wenn wir den Morgen so gesund und aufbauend wie möglich gestalten, sodass wir uns gestärkt und frisch für den Tag fühlen?

Ayurveda, eine alt-indische holistsche Heilmethode mit fast 5000 Jahre alter Tradition, betont die Wichtigkeit einiger Morgenrituale, die wir leicht und ohne große Veränderungen in unseren Alltag einbinden können. Das betrifft zum einen unsere Morgenhygiene, aber auch was wir als erstes in unseren Körper geben.

Beispielweise ist seit einiger Zeit bekannt, dass der Körper im Laufe der Nacht Schad- und Giftstoffe verarbeitet und dann mitunter über die Zunge ausscheidet. Somit ist unser Mundraum am Morgen ein Feld aussonderbarer Substanzen. Sicherlich ein entscheidender Beitrag zu unangenehmem Geschmack und eventuell Mundgeruch wenn wir aufwachen. Aus ayurvedischer Sicht ist daher gründliche Mundhygiene wichtg, da wir dem Körper in seinem Reinigungs- und Gesundheitsprozess entscheidend helfen können.

Der gewohnte grosse Schluck Wasser nach dem Aufstehen ist somit vielleicht von Vorteil für Geschmack und Geruch, jedoch weniger hilfreich um unseren Körper in seiner Gesundheit zu unterstützen; mit diesem Schluck Wasser spülen wir die Schadstoffe, die der Körper aussondern möchte, schlicht wieder zurück. 

Ayurveda bietet uns nun ein paar Vorschläge, wie wir den Mundraum gründlich reinigen und die ungewollten Substanzen entfernen können. Apropos: Zähne putzen allein tut es nicht, weil sich die Substanzen insbesondere auf der Zunge und dem Zahnfleisch ablagern.

Der gängigste Helfer in der ayurvedischen Traditon ist der Zungenschaber. Mit ein paar Strichen über die Zunge entfernen wir den mit Keimen und Bakterien reichen weißen Belag. In vereinfachter Form ist dieser Zungenschaber heute in fast jedem Drogeriemarkt erhältlich. Als Alternative funktoniert auch ein gängiger Teelöffel – dieser ist zudem aufgrund des Edelstahls eine sehr hygienische Variante.

Um Bakterien und Keime auf der Schleimhaut zu binden und zu entfernen hilft schlichtes Steinsalz (kein Meersalz!). Mit einem Finger auf die Schleimhäute und den Gaumen auftragen, kurz einwirken lassen und dann mit Wasser ausspülen. Simpel.

Eine weitere ayurvedische bewährte Methode ist das Ölziehen, eine alte Methode bei der Öl im Mund die ungewünschten Substanzen bindet und sprichwörtlich herauszieht, sodass wir sie hinterher einfach ausspucken können. Hierzu etwa einen Esslöffel Öl (Kokosöl, Sesamöl oder dafür entwickeltes Zahnöl, je nach Geschmack) in den Mund geben und 10-20 Minuten im Mund umher spülen und zwischen die Zähne ziehen – jedoch nicht gurgeln! Sobald das Öl dünnfüssiger wird kann es ausgespuckt werden. Am besten direkt in den Müllkorb, damit die Bakterien nicht in den Wasserumlauf übergehen. Tipp: während des Ölziehens eine Dusche geniessen oder Frühstück zubereiten! Und dann hinterher wie gewohnt Zähne putzen.

Mit diesen einfachen Schritten haben wir schon eine wichtge Grundlage für einen frischen Tag gelegt! Nun bietet Ayurveda auch einige Tipps hinsichtlich unser ersten Mahlzeit am Tag. Eigentlich wird in der ayurvedischen Heilmethode der Ernährungsplan der individuellen Person mit Konstitution und Bedürfnissen und auch den Jahreszeiten angepasst. Es gibt jedoch ein paar Grundsätze, die für fast jedermann anwendbar sind.

Hierzu gehört das morgendliche Zitronenwasser; es wird als erstes und vor dem Frühstück getrunken. Hui, das ist aber sauer, da verdreht sich mir doch komplett der Magen, mag man nun denken. Aber das Gegenteil ist der Fall: obwohl Zitrone sauer schmeckt, gleicht es den pH-Wert in unsere Körper aus! Zudem entschlackt es den Organismus und spült den Verdauungstrakt, sodass er frisch und frei für die neue Nahrungsaufnahme ist. Zudem heizt das Zitronenwasser unserem Verdauungsfeuer (in Ayurveda das A und O eines gesunden Körpers) ein, das am Morgen noch auf recht kleiner Flamme brennt und erst gegen Mittag zu Hochtouren auffährt. Nicht zu guter letzt hält Zitronenwasser einen hohen Anteil an Vitamen und pflanzlichen Nährstoffen, sodass wir gleichzeitig unseren Körper versorgen. Für das warme Zitronenwasser wird eine halbe gepresste Zitrone auf ein Glas warmes Wasser gegeben und dann getrunken.

Und nun zum Frühstück. Aus ayurvedischer Sicht ist dies idealerweise warm. Man denke an ein wärmendes Porridge mit Pflanzenmilch anstelle des kühlen Joghurts mit Cornflakes. Ein kühles Frühstück muss vom Körper erst aufgewärmt werden, was das schwache Verdauungsfeuer am Morgen schnell überfordern kann. Zudem enthalten die gängigen Cornflakes und Müslis einen hohen Anteil an Zucker, sodass unser Körper nicht mit den benötigten Nährstoffen versorgt wird. Ein warmes Frühstück auf Getreidebasis ist leichter verdaulich und wir können weniger belastet in den Tag starten. Wir werden mit guten Nährstoffen versorgt, sind weniger müde und das nächste Hungergefühl lässt länger auf sich warten.

Lust es gleich mal auszuprobieren? Hier ein Rezeptvorschlag:

1. In einem Topf eine kleine Menge Ghee (geklärte Butter, gibt es im Biomarkt) erhitzen und nach Belieben Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Zimt dazugeben

2. Getreide (Haferflocken, Hirse, Buchweizen oder Quinoa) und 6-fache Menge Pflanzenmilch dazugeben und unter Rühren einkochen

3. In einer zweiten Pfanne etwas mehr Ghee erhitzen und saisonales, geschnittenes Gemüse darin für ein paar Minuten dünsten. Eventuell mit Zimt und Kardamom würzen

4. Porridge und Obst in eine Schüssel geben, eventuell ein paar Nüsse obenauf geben und warm geniessen.

Summa sumarum können wir bereits am Morgen mit ein paar Tricks einiges für unsere Gesundheit tun und einen Beitrag leisten, dass wir uns über den Tag gestärkt fühlen. Wir wünschen euch viel Freude beim Ausprobieren!

Miriam Fischer
Miriam Fischer


1 Antwort

Rolf
Rolf

Januar 27, 2019

Guten Tag,
ihre Newsletter finde ich sehr interessant. Die Praxis mit dem Zungenschaber und dem morgenlichen Trinken von lauwarmen Zitronenwasser praktizieren wir schon eine ganze weile.Ich bin sehr an aryurvedischen Themen interessiert.

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