12 buddhistische Symbole und ihre Bedeutung

von Miriam Fischer August 14, 2019 5 Minuten Lesezeit 3 Kommentare

Tibetischer Gebetszylinder - buddhistische symbole

12 buddhistische Symbole und ihre Bedeutung 

Die Welt der Religion und Spiritualität ist schon seit jeher durchwoben von Ritualen und Symbolen, so auch der Buddhismus. Symbole sind Zeichen, die eine Bedeutung beinhalten, welche nur Eingeweihte verstehen können. Daher haben sie immer etwas Geheimnisvolles für diejenigen, die sie nicht kennen. Lies weiter und erfahre mehr über zwölf der grundlegenden Symbole des Buddhismus! 

Siddhartha Gautama begründete ungefähr 500 v. Chr. den Buddhismus und verbreitete in Indien seine Lehren über das Leiden, Nirwana und den Zyklus der Wiedergeburt. Siddhartha sah nur ungern Bilder von sich selbst. Außerdem benutzte er viele verschiedene Symbole, um seine Lehren zu verdeutlichen und seine Techniken zu veranschaulichen. So entstand ein Reichtum an buddhistischen Symbolen. 

Die Symbole des Buddhismus 

Symbole enthalten oft komplexe Botschaften und ermöglichen es uns, sie uns auf einen Blick zu merken. In verschiedenen buddhistischen Traditionen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Symbole. Doch es gibt acht bestimmte Symbole, die für den Buddhismus im Allgemeinen von wesentlicher Bedeutung sind. Es wird sogar behauptet, dass diese die Gaben darstellen, die Gott Buddha gegeben hat, als er die Erleuchtung erlangte: Der Schirm, die goldenen Fische, die Vase, die Lotosblüte, das Muschelhorn, der ewige Knoten, der Banner des Sieges und das Dharma-Rad. 

Darüber hinaus gibt es viele weitere Symbole, die im Buddhismus eine wichtige Rolle spielen. In diesem Artikel weihen wir dich ein in das Geheimnis der zwölf bedeutsamsten Symbole des Buddhismus. 

  1. Das Rad des Dharma 

Das Rad des Dharma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Rad des Dharma ist auch als Rad des Lebens oder Dharma-Chakra bekannt. Es repräsentiert den edlen achtfachen Pfad, den der Buddha seinen Schülern gelehrt hat. Der edle achtfache Pfad ist eine Anleitung, wie sie die Erleuchtung, das Nirwana, erlangen und letztlich die Befreiung aus dem Zyklus von Wiedergeburten und den Eintritt in das Para-Nirwana. 

Das Dharma-Rad ist mittlerweile zum universellen Symbol für den Buddhismus geworden. Das Rad des Lebens hat acht Speichen, die den edlen achtfachen Pfad des Buddha darstellen. In Tibet wird es auch als Rad der Transformation bezeichnet. 

  1. Der ewige Knoten 

Der ewige Knoten

Die Verflechtung von Linien im ewigen Knoten, auch unendlicher Knoten genannt, hat weder ein Anfang noch ein Ende. Er symbolisiert die Unendlichkeit Buddhas Weisheit und Mitgefühl. Außerdem stellt er sinnbildlich dar, dass die materielle und die spirituelle Welt untrennbar miteinander verbunden sind. 

Dieser Knoten ist nicht nur ein Symbol für die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits, sondern auch für die Beziehung zwischen uns Menschen. Er erinnert uns daran, dass wir keine isolierten Einzelkämpfer, sondern Teil des Ganzen sind. Der ewige Knoten wird auch verwendet, um zu zeigen, dass die spirituelle Praxis nicht vom weltlichen Leben zu trennen ist und Weisheit und Mitgefühl miteinander einhergehen. 

  1. Die Lotusblume 

Die Lotusblume

Die Lotusblume repräsentiert die ursprüngliche Reinheit des Körpers, der Sprache und des Geistes. Die Blüte schwebt über dem trüben Wasser und wurzelt im schlammigen Boden, welcher negative Emotionen wie Anhaftung und Verlangen repräsentiert. 

Die Lotusblume wird in vielen Lehren des Buddhismus verwendet, um die wahre Natur der Menschheit darzustellen. Die Wurzeln des Lotos stecken tief im Schlamm, die Pflanze wächst in trübem Wasser und an der Wasseroberfläche blüht schließlich eine zarte Blüte mit einem angenehm süßlichen Duft. 

Der Lotus veranschaulicht die Art und Weise, wie wir spirituell wachsen und uns allmählich über unser Leiden erheben, um Erleuchtung, Schönheit und Klarheit zu erlangen. Die Lotusblüte gibt es in verschiedenen Farben, die jeweils verschiedene Bedeutungen haben. Ein rosaroter Lotus repräsentiert den traditionellen Buddha. Purpur steht für Mystik, Rot für Liebe und Mitgefühl, und Blau für Weisheit. Ein weißer Lotus symbolisiert Spiritualität und einen klaren Geist. 

  1. Der Schirm 

Der Schirm

Ein Schirm kann Menschen vor sowohl vor der Sonne als auch dem Regen schützen. Generell stand der Schirm in Indien schon vor dem Entstehen des Buddhismus symbolisch für Schutz. Er schützt vor dem Einfluss der Hitze und bietet einen kühlen Schatten. Dadurch schützt er vor physischem Leid. Im übertragenen Sinne steht der Schirm für den spirituellen Schutz vor Leid und negativen Energien. 

  1. Die zwei Goldfische 

ashtamangala fisch - buddhistische zwei goldfische

Im alten Indien symbolisierten die zwei Goldfische die heiligen Flüsse Ganges und Yamuna, welche Reichtum, Überfluss und Glück bringen. Diese Tradition wurde in den Buddhismus übernommen. Fische bewegen sich frei im Wasser und stehen für Fruchtbarkeit, Reichtum und Freiheit. Eine weitere Bedeutung, die den zwei Goldfischen beigemessen wird, ist Mut. Denn sie wagen es, sich ihren Weg durch den Ozean des Leidens zu bahnen. 

  1. Das Muschelhorn 

Das Muschelhorn buddhistische

Diese große Muschelschale wurde früher in vielen Ländern als traditionelles Horn in Schlachten eingesetzt. Der Klang ist laut und mächtig. Das Muschelhorn kann nicht nur Feinde in die Flucht jagen, sondern auch böse Geister vertreiben. Im Buddhismus wird dem tiefen und feierlichen Klang des Muschelhorns nachgesagt, dass es die Kraft widerspiegelt, mit welcher die Lehren des Dharma sich ausbreiten. Das Muschelhorn wird auch als Symbol für das spirituelle Erwachen der Schüler des Buddhismus herangezogen. 

  1. Das Banner des Sieges

Das Siegesbanner zeigt, wie Buddha den Dämon Mara besiegt hat. Dieser Dämon steht im Buddhismus für Leidenschaft, Lust und Stolz. Der Banner des Sieges repräsentiert die Erleuchtung Buddhas. Der Siegesbanner wird verwendet, um die Menschen daran zu erinnern, dass auch sie ihren Stolz, ihre Lust und Leidenschaft überwinden müssen, wenn sie ebenfalls die Erleuchtung erlangen möchten. 

  1. Die Vase 

Die Vase, auch das Schatzgefäß genannt, ist mit Lotusblüten verziert. Auf dem Verschluss der Vase befindet sich außerdem ein Baum, dessen Wurzeln bis in das Wasser reichen. Eine Vase wird in der Regel verwendet, um Blumen oder Pflanzen aufzubewahren und zu erhalten. Im Buddhismus steht die Vase daher für Gesundheit, Wohlstand und ein langes Leben. 

Weitere bekannte buddhistische Symbole 

Nun hast du die acht Symbole kennengelernt, die im Allgemeinen als die Hauptsymbole des Buddhismus gelten. Im Folgenden findest du vier weitere Symbole, die für Buddhisten eine wichtige Bedeutung haben. Vielleicht sind sie dir bereits bekannt? 

  1. Der Bodhi-Baum 

buddhistischer bodhi baum

Der Bodhi-Baum symbolisiert den ursprünglichen Baum in Bodh Gaya in Indien, wo Siddhartha Gautama sich einst hinsetzte, um zu meditieren, bis er die Erleuchtung erlangte und zum Buddha wurde. Er repräsentiert die Hingabe und Entschlossenheit zur meditativen Versenkung, mit der Buddhisten die Erleuchtung erreichen können. 

Ein Nachkömmling dieses originalen Bodhi-Baums steht noch heute in Bodh Gaya. Viele Mönche und Reisende kommen ihn besuchen, um in seinem Schatten zu meditieren und sich inspirieren zu lassen. 

  1. Die Augen Buddhas 

Die Augen Buddhas

Die Augen des Buddhas werden auch als „Augen der Weisheit" bezeichnet und sind oft auf den Seiten von Stupas, buddhistischen Schreinen, zu finden. Diese Augen Buddhas sind ein Symbol für die Präsenz des göttlichen Bewusstseins in allem, was existiert. Die Wellenlinie in der Mitte der Augen ist das Sanskrit-Symbol für die Zahl 1 und symbolisiert die Einheit aller Dinge. Der Punkt zwischen den beiden Augen ist das dritte Auge und symbolisiert wahres spirituelles Erwachen. 

  1. Der Vajra 

Der Vajra

Der Vajra ist ein Symbol des tantrischen Buddhismus und repräsentiert die geistige Kraft und die Festigkeit des Geistes. Der Vajra ist ein Metallstab mit zahlreichen Speichen. Er symbolisiert die Untrennbarkeit von Leere und Form und vereint die Eigenschaften eines Diamanten: Reinheit und Beständigkeit sowie unzerstörbare Kraft. Damit steht er für die Vollkommenheit und Untrennbarkeit des Zustands der Erleuchtung. 

  1. Der Buddha 

Der Buddha - Gautama Buddha

Siddharta Gautama selbst wollte keine Abbilder von sich haben. Der Buddha, wie wir ihn alle kennen, ist kein Symbol für die Anbetung. Denn Buddha ist kein Gott, sondern ein Mensch, der durch den achtfachen edlen Pfad die Erleuchtung erlangt hat. Bilder und Figuren des Buddha sollen nicht zum Götzendienst einladen, sondern uns an das Potenzial der Erleuchtung und der Buddhaschaft erinnern, das in jedem von uns existiert. 

Viele Buddhisten tragen Armbänder oder Halsketten mit buddhistischen Symbolen am Körper oder stellen Figuren und Symbole in ihrem Wohnraum auf, um im Alltag an die tiefe spirituelle Bedeutung dieser Symbole erinnert zu werden. Jetzt kennst auch du einige der Symbole des Buddhismus und kannst dir sicherlich leicht merken, für was sie stehen. Namaste!

Miriam Fischer
Miriam Fischer


3 Antworten

Erika Schwarz
Erika Schwarz

August 17, 2019

Vielen Dank für diesen Beitrag, da ich mich erst seit kurzem damit beschäftige.

Kat
Kat

August 17, 2019

Kenne die Symbole bereits, habe diesen schönen Text trotzdem gerne gelesen. Danke dafür. Manchmal verliert man im Alltag das wichtige aus den Augen, dann kommt so ein kleiner Gedankenanstoß gerade recht!

Kati
Kati

August 17, 2019

Vielen Dank für den tollen Beitrag! Habe wieder was dazu gelernt, wirklich sehr inspirierend. Freue mich schon auf die nächsten Beiträge!

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